D wie Den Nächsten respektieren

Den Nächsten respektieren ist so alt wie die Bibel …

… aber noch immer schaffen wir es nicht unseren Nächsten so anzunehmen wie er ist.

Warum ist das so?

Da soll der Partner so sein, wie man ihn haben will und später die Kinder natürlich auch. Auch vom Nachbarn oder dem Mitsänger im Chor haben wir ein Bild, dem sie sich bitte anpassen sollen.

Im Netz kursierte vor Weihnachten ein nachdenklich machendes Video, in dem erzählt wird, wie ein Obdachloser in einen Gottesdienst kam. Die Kirche war brechend voll, doch keiner wollte diesen Menschen neben sich sitzen haben und nur EINER grüßte ihn. Der Obdachlose verschwand ganz hinten in die Ecke hinter der Säule, wo er weit weg war von den abwertenden Blicken der Menschen, die hier als Christen in der Kirche dem Gottesdienst beiwohnten.

Gegen Ende der Messe berichtete der Gottesmann vorne am Altar von seinem Nachfolger, der die Gemeinde ab sofort betreuen wollte. Er sprach ein paar Worte über ihn, die Menschen suchten mit ihren Blicken die Kirche ab und als der Name des neuen Kirchenvorstandes genannt wurde, trat der (vermeintlich) Obdachlose hervor, schritt ganz langsam durch den Mittelgang nach vorne und stellte sich neben den Geistlichen am Altar.

 Die Blicke der Menschen senkten sich, sie sahen sich verschämt um und leises Getuschel raunte durch die Kirche.

 Der neue Gottesmann blickte über die gefüllten Reihen des Gotteshauses und hob dann an seine Predigt zu halten:

 „Heute werde ich nicht mehr viele Worte machen – aber ich möchte euch bitten das, was ihr gerade fühlt und erlebt habt, mit auf euren Weg zu nehmen und darüber nachzudenken.“

 Und er entließ die Gemeinde mit dem Abschiedssegen. Die Menschen verließen mit gesenkten Blicken und ganz leise die Kirche.

 

Sich freimachen von Vorurteilen ist nicht einfach, aber es lohnt sich auf jeden Fall übernommene vorgefertigte Meinungen zu hinterfragen oder gar in Frage zu stellen.

 

Über den Ursprung des ABCs klicke bitte hier.

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2 thoughts on “D wie Den Nächsten respektieren

  1. Wenn ich im Hier&Jetzt und bei mir bleiben kann, dann verschwindet das Vergleichen, verschwindet das Vergleichen, verschwinden die Vorurteile.

    Wenn wir wissen an welchem Ende beginnen, ist es gar nicht sooo schwierig 🙂

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