Ist das so? # 14

 

Wir können niemals das Leben anderer beurteilen,

denn jeder weiß um den eigenen Schmerz und Verzicht.

Du kannst für Dich sagen, dass Du auf dem rechten Weg bist;

doch es ist etwas anderes,

wenn du sagst, es sei der einzige Weg.

(Paulo Coelho)

 

 

Ist das so?

 

 

Wahre Worte, Herr Coelho.

Wenn ich es mir recht überlege, bin ich in meinem kindlichen Umfeld mit so viel Verurteilungen, Bewertungen und Anmaßungen anderen gegenüber groß geworden, dass ich heute wirklich froh sein kann, dazu großen Abstand gewonnen zu haben. Ich mir sagte eines Tages, dass ich das zwar erlernt habe, als Kind abgeguckt habe, aber dass ich als Erwachsene entschieden habe, dass das nicht Meins ist und ich somit versuche, eben nicht andere zu bewerten und zu beurteilen.

Fällt einem als Mensch ohnehin schwer, ob nun mit oder ohne Vorbelastung. Wir scannen in Millisekunden und bilden uns ein Urteil, klar. Aber wir können lernen, anders damit umzugehen. Oft trügt der erste Eindruck nicht, aber manchmal dann doch. Eine 2. Chance hat jeder verdient, oder nicht?

Wie oft ärgere ich mich über einen blöden Autofahrer oder über das Verhalten einer Person im Supermarkt oder auf der Straße? Ich weiß aber nichts über diese Person und denke aber gleich schlecht von ihr. Immer öfter finde ich dann doch einen Weg zu besseren Gedanken, die mich in dieser Situation besänftigen. Und dem anderen wünsche ich dann nur Gutes. Wer weiß, schon, was diese Person heute erlebt oder erfahren hat. Job verloren, Fingernagel abgebrochen, verlassen worden, Schulden ohne Ende, falsche Frage gestellt oder falsche Antwort gegeben, Lieblingsbier nicht vorrätig usw. usw. usw.

Und das mit dem rechten Weg – ja, da gebe ich Herrn Coelho recht – den gibt es nur für jeden einzelnen selbst. Was für den einen richtig ist, kann für den anderen genau falsch sein.

Nicht mein Weg ist der einzig wahre, sondern alle Wege sind einzig wahr, jeder auf seine Weise.

In meiner Familie gab es viel Neid und Missgunst, meine Tanten hackten immer auf meiner Mutter, der Jüngsten von sieben Geschwistern,  herum. Ließen an uns Kindern kein gutes Haar, nur sie selbst waren erfolgreich, reich, hatten tolle Kinder und Enkel, hatten es verdient ein Häuschen zu haben usw. Für sie war alles da, für die anderen sollte nichts da sein. Meine Mutter liebte ihre Schwestern trotzdem und ließ uns nicht teilhaben, an dieser Art die Dinge zu sehen. Sie vermittelte uns Liebe und Werte und versuchte zumindest uns die Wahl zu lassen, auch wenn es ihr manchmal selbst sehr schwer fiel, aus diesem erlernten Netz herauszukommen.

Ich wünsche uns allen eine gute Zeit! Sorgt für euch und allen wird es gut gehen. Bleibt bei euch, fühlt eurer Herz und euren Bauch. Es stimmt, ihr könnt ihm vertrauen.

Du bist genau richtig – und das gilt für alle!

 

In diesem Sinne alles Liebe von Barbara

 

 

Paulo Coelho de Souza (* 24. August 1947 in Rio de Janeiro) ist ein brasilianischer Schriftsteller und Bestsellerautor. Sein bekanntester Roman Der Alchimist wurde in 81 Sprachen übersetzt. Paulo Coelhos Bücher verkauften sich bisher über 225 Millionen Mal (Stand Juni 2018). Neben seinen literarischen Erfolgen ist Coelho durch seine Erlebnisse mit der Psychiatrie und der Militärdiktatur in Brasilien sowie durch seine spirituelle Suche und Entwicklung bekannt. Er lebt mit seiner zweiten Ehefrau Christina Oiticica, mit der er seit 1981 verheiratet ist, in Genf, Schweiz. (Wikipedia)

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2 thoughts on “Ist das so? # 14

  1. Es ist immer gut, wenn einem gesagt wird, dass man richtig ist, wie man ist. Alle Menschen – wirklich alle – haben wundervolle Seiten. Aber natürlich auch Kehrseiten. Dennoch ist keiner auf der ganzen Erde falsch – nur anders und vielleicht nicht am richtigen Platz!

    1. Danke für diesen schönen Kommentar, der meinen Post sehr schön unterstreicht. Danke dafür.
      Viele Menschen können mit “Anders” meist nichts anfangen, oft aus der Angst heraus, nicht zu wissen, wie sie mit dem “Anders” umgehen sollen.
      Beim vermeintlichen “Normal” finden sie sich dann halbwegs zurecht, halbwegs.
      Da aber keiner von uns wie der andere ist, gibt es auch eigentlich kein “Normal”, da ja jeder dann für sich selbst das “Normal” beanspruchen würde, was im Umkehrschluss bedeutet, dass eben alle normal sind – und so schließt sich dann der Kreis wieder.
      Herzliche Grüße von Barbara

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