Ist das so? # 15

 

Auch aus Steinen,

die uns in den Weg gelegt werden,

kann man etwas Schönes bauen.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Ist das so?

 

Das klingt so ähnlich wie: „Wenn das Leben dir Zitronen schenkt, mach‘ Limonade draus.“ Soll heißen:

 

 Das Leben so nehmen wie es ist,

auch wenn es kompliziert und anstrengend wird.

 

Leichter gesagt/geschrieben, als getan….

 

Das Lernen vom Leben ist ja eine der Hauptaufgabe hier auf der Erde…

Das Leben läuft ja irgendwie, man bewegt sich in eine bestimmte Richtung, ändert diese oft genug bewusst und selbst, macht Dinge anders und erfährt eines Tages, dass eine andere Richtung auch fremdbestimmt eingeschlagen werden kann. Sei es durch eine Person oder einen bestimmten Umstand. Und wenn Dinge nicht so laufen, wie wir das wollen, mögen wir das überhaupt nicht, stimmt’s?

Aber wer hat gesagt, dass das Leben einfach wäre? Eben, kein Ponyhof!

Goethe möchte uns hier ermutigen, immer das Beste aus unserer momentanen Situation zu machen. Nicht zu verzagen, zu verzweifeln oder gar aufzugeben. Für ihn geht es immer weiter, auch wenn besagte Steine im Weg liegen. Er meint dazu: Steine wegräumen, was Hübsches draus bauen und gut ist!

Auf der anderen Seite, sind die Steine vielleicht auch genau zur richtigen Zeit am richtigen Platz und sollen uns im Wege sein!?! Wie wäre das denn?

Sind das vielleicht diese Herausforderungen des Lebens, von denen immer gesprochen wird?

Bei meiner ersten Begegnung mit meiner eigenen Endlichkeit hatte ich die Chance eine Anschlussheilbehandlung zu machen. Diese zeigte mir, dass ich trotz allem leistungsfähig bin und mich was trauen kann. Bei meiner Mentalität hätte ich mich vielleicht sonst zurückgezogen, mich wie ein rohes Ei behandelt und wäre super vorsichtig und ängstlich geworden. Nun gut, dass ist Spekulation. Aber trotzdem hat mir die AHB den Weg ins normale Leben geebnet. Auch wenn ich bestimmte Beeinträchtigungen habe, so ist mein Leben trotzdem bunt!

Zum Zeitpunkt meiner potentiell tödlichen Krankheit war ich dauernd unterwegs, machte eine Zusatzausbildung und Fortbildung hintereinander, besuchte Kurse und Seminare neben einem Vollzeitjob und der Tatsache, Frau eines Landwirtes zu sein. Das ging alles!  Aus heutiger Sicht ist mir dieses Pensum absolut unvorstellbar. Meine Lebens-Bremse kam unvermittelt und heftig.

Wollte mich dieser riesige Stein davon abhalten in die falsche Richtung zu rennen?

Ja, ich könnte mir das jedenfalls heute gut vorstellen. Damals war ich tief enttäuscht, so ausgebremst zu werden, wollte ich doch noch dies und das und überhaupt.

Inzwischen ist die Pause mein stetiger Begleiter. Ohne sie fange ich erst gar nicht an! Wenn Pausen nicht geregelt sind, rühre ich keinen Finger. Oder ich nehme sie mir eben. Nichts ist so wichtig, wie die erholsamen, auf andere Gedanken bringende, entspannende, stärkende Pause immer wieder und gerne zwischendurch. Möge dies viele Arbeitgeber lesen und ihren Mitarbeitern mehr Freiraum und Pausen gönnen, dann wäre das Endergebnis möglichweise überraschend besser. Wer weiß …

Vor 200 Jahren also wusste Goethe bereits von diesem Umstand, dass nicht alles glatt läuft, aber dass das auch nicht unbedingt schlecht sein muss…

… aber wir haben das bis heute leider noch nicht begriffen, zumindest ein großer Teil von uns.

 

Ich wünsche Euch viele Pausen, Herausforderungen und schöne Momente.

Eure Barbara

 

Johann Wolfgang Goethe, ab 1782 von Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; † 22. März 1832 in Weimar), war ein deutscher Dichter und Naturforscher. Er gilt als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung. (Wikipedia)

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2 thoughts on “Ist das so? # 15

  1. Ich lese den Satz so: Das Leben ist, ich entscheide wie ich es sehe.
    ___
    … und wenn das Leben doch einfach ist?
    ___
    Zu den Steinen, ich stolpere immer so lange bis ich mir aus den Steinen eine Brücke baue, sprich, meine Lektion lerne
    ___

    1. Du findest immer wieder die richtigen Worte, aus denen ich lese, wie reflektiert du in vielen Dingen bist, da kann ich was von lernen!
      Danke.

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