Ist das so? # 20

 

Mit einer Antwort wird man eine Frage nicht unbedingt los.

(Tomi Ungerer)

 

Ist das so?

 

Das glaube ich auch, habe ich doch gerade gelesen, dass ein Kindergartenkind ungefähr 400 Fragen am Tag stellen kann – möchte nicht wissen, wie viele Antworten es erhalten hat…

Einer gegebenen Antwort drängen sich gerne neue Fragen auf. Gerne genommen wird dann das kurze Warum?, wenn z. B. die Antwort ebenso knapp mit Ja! oder Nein! beantwortet wurde.

Eine Antwort kann oft nicht befriedigend sein. Nicht ausreichend für die Sachlage, nicht genug und ausführlich erklärt.

Und wenn man dann mit der Antwort nicht klar kommt, begleitet sie einen unaufhörlich weiter – trotz einer Antwort. Sie lässt nicht los.

Kenn ich!

Douglas Adams beschreibt dieses Problem sehr nachdrücklich in seinem Roman Per Anhalter durch die Galaxis, wo die Fragenden mit der Antwort 42 auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ nichts anfangen können. Das Hauptargument für diese vage Antwort lag dabei bei der vagen Fragestellung.

Leute, stellt eure Fragen richtig! Seid klar und eben nicht vage in der Formulierung!

Ganz toll sind auch Antworten, die gar nicht zur Frage passen. Also entweder ausweichende Antworten oder Alibi-Antworten, weil das Gegenüber nicht richtig zugehört hat.

Herr Ungerer, der sich sein ganzes Leben mit den Fragen des Lebens und des Seins für Kinder und auch Erwachsene auseinandergesetzt hat und dies in wundervollen Büchern für uns hinterlassen hat, bringt es hier auf den Punkt.

Mit einer Antwort kann man eine Frage nicht abschließend und ausreichend und befriedigend loswerden. Eine Frage ist eine Frage ist eine Frage. Sie kann nichts anderes sein. Sie fragt und will Antworten. Sie steht da festen Glaubens und wartet auf Antwort. Die Frage bleibt, die Antworten gehen.

Und wenn wir hier schon dabei sind, ist das ganz ähnlich wie beim abschweifenden Erzählen, wenn man vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt, und gar nicht mehr weiß, wo man noch mal gerade angefangen hat und wo man eigentlich hin wollte.

Deshalb höre ich jetzt mal auf – worum ging es noch gerade? …

Jean-Thomas „Tomi“ Ungerer (* 28. November 1931 in Straßburg, Frankreich; † 9. Februar 2019 in Cork, Irland) war ein französischer Grafiker, Schriftsteller und Illustrator von Bilderbüchern für Kinder und Erwachsene. Ungerer verstand sich als Elsässer und überzeugter Europäer, blieb jedoch ein Skeptiker gegenüber der europäischen Bürokratie. Von 1976 an lebte er abwechselnd in Irland und in Straßburg. (Wikipedia)

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