Nächtliche Störung

Meine Mutter ist zu Besuch und ich habe mein kühles Schlafzimmer geräumt. Es ist ein heißer Sommer und die Luft steht im 1. Stock trotz Dauerdurchlüftung. Das alte Sofa ist unbequem, wird aber für den Zeitraum ihres Aufenthaltes gehen.

Ja es geht.

Der langsam weichende Vollmond macht die Nacht nicht ganz so dunkel und ich liege auf dem Sofa, wende mich von links nach rechts, die Wärme lässt mich keine Ruhe finden.

Die Stille der Nacht lässt mich aufmerksam das Knacken der Holzdecke, die Schnarchgeräusche meiner Mutter im Nebenzimmer und dieses feine Schrabben, Kratzen, Schieben hinten über mir aus Richtung Fenster wahrnehmen. Ich fokussiere das Geräusch und bestimme, dass es nicht draußen der Wind ist, nicht die Blätter oder so, sondern etwas Lebendiges hier in meinem Zimmer.

Ich setze mich auf und lausche weiter. Ich bleibe im Dunkeln sitzen und meine Ohren orten das Geräusch direkt am Fenster zu meiner Linken.  Soweit ich das im dämmrigen Nachtlicht erkennen kann, ist es eine dicke Motte, die an der Fensterscheibe herauf- und herunterläuft und mit ihren Flügeln schlägt. Die Berührung der Flügel auf der Scheibe beim gleichzeitigen Bewegen der Motte nach vorne, machen dieses schnarrende Geräusch, dass mich hat aufmerksam werden lassen.

Ich stehe auf und öffne die Tür zum Balkon, dort so denke ich, ist eine große helle Öffnung, auf die die Motte sicherlich fliegen wird und Ja! die Motte versteht. Sie fliegt dankend hinaus in die Nacht und auch ich finde dankbar doch noch etwas Schlaf in dieser warmen Sommernacht.

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