NOCHMAL – Bewerbungsgespräch

NOCHMAL veröffentlich zwar schon ältere, aber interessante Beiträge aus meinen vormaligen Blogs.

Ein bunter Mix aus Mitmachaktionen und eigenen Texten. Viel Spaß!

 

(2017)

Bewerbungsgespräch

„Nun, und wie halten Sie es denn mit dem Bürosex?“, aha, jetzt war also der Schnösel aus dieser Dreierriege dran. Dieses Vorstellungsgespräch entwickelte sich langsam in eine eigentümliche Richtung und diese Frage, die Manuela inzwischen nicht mehr irritierte, schauten diese Personalchefs ihr doch ständig nur aufs Dekolleté und ihre Knie, als in ihr Gesicht, setzte dem Ganzen die Krone auf.

Bisher hatte der Alte, der in der Mitte saß, sie über ihre Stärken und Schwächen, Sprachkenntnisse, Auslandsaufenthalte und Referenzen  ausgefragt und er hielt sich mit diesen zweideutigen mimischen Andeutungen zurück, die der Dicke zu seiner Linken bereits perfektioniert hatte. Bereits zu Beginn dieses Gespräches fand sie den Händedruck des Dicken und des Schnösels eher anzüglich als fest und diese leichten, fast unmerklichen Berührungen an Arm und Rücken, sie schauderte.

„Wissen Sie, ich benötige dazu nur die entsprechenden Gebrauchsanweisungen, dann wird das schon klappen, jedoch muss ich Ihnen mitteilen, dass ich diesbezüglich verwöhnt bin“, sagte Manuela, während sie ihre Handtasche griff und darin herumkramte.

Die drei Augenpaare blickten Manuela das erste Mal mit einem Ausdruck des Erstaunens direkt ins Gesicht.

„Haben Sie hier Golfrasen, den man im Büro auslegen kann,  denn damit habe ich bereits beste Erfahrungen, es lässt sich dort bequemer liegen, als auf dem harten Fußboden, den ich hier überall sehe“, sie zog ihren Autoschlüssel heraus und ließ diesen spielerisch an ihrem Mittelfinger baumeln.

Geöffnete Kinnladen auf der ganzen Linie.

„Aber wissen Sie, ich habe diesbezüglich ein weitaus besseres Angebot, deshalb glaube ich, dass wir hier leider nicht ins Geschäft kommen.“

Damit stand sie auf, drehte den drei Herren ihren Rücken zu und ging mit langsamen, graziösen Schritten hinaus.

 

Diese Kurzgeschichte habe ich im Rahmen der inzwischen gut bekannten abc-etüden von Christiane geschrieben.

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