NOCHMAL – Frage vom 1. April 2017

NOCHMAL veröffentlich zwar schon ältere, aber interessante Beiträge aus meinen vormaligen Blogs.

Ein bunter Mix aus Mitmachaktionen und eigenen Texten. Viel Spaß!

Frage vom 1. April 2017 – Fällt es Dir leicht, Grenzen zu setzen?

Inzwischen Ja.

Je älter ich werde, umso leichter fällt es mir, Grenzen zu setzen.

Oft setzt man Grenzen nicht, weil man gefallen möchte, weil man nicht unhöflich sein will, weil es sich nicht gehört in dieser oder jenen Situation, oder weil, ach was weiß ich.

Wenn es etwas Wichtiges im Leben gibt, dann sind es Grenzen!

Das weiß ich heute aber erst….

In meiner Kindheit und Jugend gab es einige Grenzen, die ich total doof fand. Kennst Du sicher auch. Da durfte man nicht stundenlang telefonieren, weil es zu teuer wurde. Da musste man zu einer bestimmten Zeit von der angesagtesten Fete nach Hause kommen, obwohl klar war, dass es ab dem Zeitpunkt des Verlassens der Party erst richtig losging. Da gab es Pflichten innerhalb der Familie, denen ohne Murren Folge zu leisten war.

Aber ganz ehrlich! Das hat mir nicht geschadet! Es hat mir nicht geschadet, dass ich Grenzen erlebt habe, Grenzen erfahren habe und an meine Grenzen gekommen bin. Im Gegenteil, Grenzen haben mich zu der Person werden lassen, die ich heute bin.

Es gibt eine schöne Geschichte dazu, die mir immer noch im Gedächtnis ist:

Wir lebten in einer Wohnsiedlung. Viele junge Familien. Ich hatte viele Jungs und Mädchen direkt vor meiner Haustür, mit denen ich spielen und was unternehmen konnte. Sobald die Temperaturen und die lange Helligkeit der Tage es zuließen, waren wir Kinder immer draußen. Im Hochsommer kam täglich der fahrende Eismann und natürlich wollte ich täglich ein Eis. Eine Kugel kostete damals 50 Pfennige.

Das eine oder andere Mal gab es auch ein Eis. Eines Tages sagte meine Mutter aber nein. Aber ich wollte ein Eis. Sie blieb hartnäckig und verneinte. Heute würde es kein Eis geben. Ich war kurz vor trotzig da sagte sie zu mir: „Du bekommst jeden Monat 15 DM Taschengeld. Wenn Du Dir jeden Tag ein Eis kaufen möchtest, reicht Dein Taschengeld genau für einen Monat. Wenn Du das willst, kannst Du Dein Taschengeld dafür ausgeben. Aber von mir gibst kein Eisgeld mehr.“

Tja, was glaubst Du? Ich brauchte nicht mehr täglich ein Eis. Es wurde zu etwas besonderem, dass ich mir erlaubte, wenn mein Taschengeld das hergab. Ist das nicht klasse?

Meine Mutter hatte damals einen guten Riecher und hat es geschafft, dass ich über die Grenze hinaus etwas gelernt habe. Dass sie damals Grenzen setzte hilft mir heute als Mensch entscheidend weiter. Viel zu oft sehe ich, dass manche Kinder “grenzenlos” oder besser ausgedrückt ohne Regeln aufwachsen. Das macht sie in ihrer Persönlichkeit eher unsicher, weil sie nicht wissen, in welchem “Rahmen” sie sich bewegen können. Aber so ist der Lauf der Zeit. Alles ist in Veränderung, nichts bleibt wie es ist.

In diesem Sinne, herzliche Grüße von Barbara

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