O wie ohne Angst sein

Ohne Angst zu sein, könnte auch gefährlich werden. Gefahren zu erkennen, kann ja unter anderem auch lebensrettend sein. Wenn unsere Vorfahren keine Angst vor dem Säbelzahntiger gehabt hätten, gäbe es uns heute wohl nicht.

Somit ist eine normal gute Portion Angst im Leben einfach normal.

Wann ist Angst zu viel oder nicht mehr normal?

Das ist auch sehr individuell. Da hat jeder sein eigenes Angst-Päckchen gefüllt mit Erfahrungen, Erlebtem und Erlerntem. Außerdem weiß man nicht, wie sich das Leben entwickelt. Da gab es mal Ängste, die nicht mehr sind, und es gibt neue Ängste aufgrund einer Lebensveränderung oder ähnlichem.

Als Kind hat man Angst vor Gespenstern, dem Monster unterm Bett oder der düster dreinblickenden und immer unfreundlichen Nachbarin. Je älter man wird, umso abenteuerlustiger wird man und je mehr man wagte, umso weniger Angst hat man.

Ich bin mit einer sehr ängstlichen Mutter aufgewachsen, die hinter jedem Grashalm eine Bedrohung sah. Das hat sich natürlich auch auf mich übertragen und ich war in meinem Leben wohl weniger mutig als andere. Das hat mir grundsätzlich nicht geschadet, nur um die eine oder andere Erfahrung gebracht. Denn daran wächst man ja bekanntlich – an den Herausforderungen des Lebens. Und wenn man sich keinen oder nur wenigen stellt – wächst man vermutlich nicht oder weniger schnell.

Dazu kommen die Ängste, die sich im Laufe des Lebens entwickeln. Da kommen Job- und Geldsorgen. Beziehungsängste, Angst vor dem Alter bis hin zum Angst vor dem Tod.

Ich hatte bereits das fragwürdige Vergnügen mich mit meiner Endlichkeit auseinanderzusetzen. Das macht einen nachdenklich, aber es nimmt auch die Angst vor dem Tod.

Er ist halt unausweichlich, die Frage ist doch, was wir bis dahin mit unserem Leben anstellen. Und da kann es dann auch mal passieren, dass man sich einer Angst stellt, mutig etwas wagt und das Leben mit guten Tagen füllt!

Ohne Angst zu sein geht nicht. Muss es auch nicht. Angst ist wachsam und kann sich schützend vor mich stellen. Sie an meiner Seite in gesundem Maß zu wissen, macht mich im Leben stark.

In diesem Sinne, alles Liebe und Gute von Barbara

Über den Ursprung des ABCs klicke bitte hier.

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6 thoughts on “O wie ohne Angst sein

  1. Änste und Zweifel, im gesunden Einklang, ist notwendig und wichtig. Das stimmt. Wenn man lernt, auf die innere Sprache zu hören und, was noch schwerer ist, das, was man dann hört oder besser, empfindet, zu glauben, was man gehört oder empfunden hat, werden die Ängste und Zweifel eines Tages weniger und das Selbstbewußtsein mehr.

    1. Wie Recht du hast. Die innere Stimme will gehört werden und das Vertrauen in sie führt uns meist weiter, als wir es selbst glauben können.

  2. Meiner Mutter vor kurz ihrer letzten OP in 2018 ins Gesicht zu sehen wie sie vor Angst vergeht … Der Tod als solcher indes macht wirklich schlimme Angst, die sich so nicht bekämpfen lässt. Das Aushalten, es nicht ändern können… ich kann es mir nicht vorstellen.

    Im Alltag bekämpfe ich Ängste sehr schnell und wenn mit dem abgedroschenem Spruch: “Angst essen Seele auf” sein muss. 🙂

    1. Den Tod vor Augen zu haben ist wirklich kein schönes Gefühl. Ihm nochmal von der Schippe gesprungen zu sein dann aber schon.
      UND: Der Umgang mit der eigenen Vergänglichkeit nach dem ungewünschten Blick auf die eigene Endlichkeit nimmt ihm aber auch den Schrecken. Auch wenn ich noch viele tolle Jahre leben möchte, so wäre mein morgiger Tod für meine Liebsten schwer. Ich könnte gehen und sagen: Es war gut!
      Ich glaube das nennt man Frieden schließen mit sich und dem Leben. Meine kurze “Löffelliste” hab ich “abgearbeitet” – jetzt möchte ich nur noch den Rest meines Lebens – möge es noch lange dauern! – mit viel Freude daran erleben. Und klar, das Älterwerden macht sich bemerkbar, aber dafür versuche ich meinen Humor mit einzubeziehen. Er kann für die nötige Leichtigkeit sorgen.
      “Angst essen Seele auf” klingt für mich nach Verdrängung und Nichtwahrhaben wollen – so ist es dann wohl. Jeder tut die Dinge auf seine Weise. Hier habe ich dir meine erzählt.
      Gruß und hoffentlich auf bald, Barbara

  3. Es macht keinen Sinn Ängste zu bekämpfen. Sie anzunehmen nimmt ihnen das Bedrohliche. Dann verwandeln sie sich in was anderes. Z.B. einen bunten Luftballon, der von einem Außerirdischen geklaut wird.

    1. Schönes Bild, Robert. Danke dafür.
      Angst annehmen ist schwer und fällt nicht jedermann leicht. Sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen liegt nicht jedem von uns.
      Aber dein bunter Luftballon, der von Außerirdischen geklaut ist, könnte ein sehr guter Weg sein, den auch andere beschreiten können.
      Ich für meinen Teil habe eine saftige Wiese im Himmel, dort wartet die Kuh Oase (meine erste Kuh hier vor über 20 Jahren) auf mich und alle die, die mitkommen wollen, um zusammen auf dieser grünen Wiese zu tanzen, frei zu sein, sich zu freuen und die, die wir schon haben gehen lassen müssen, wiederzusehen. Ich weiß – ein wenig infantil, aber ich mag diese Vision und Version.
      Gruß und auf bald wieder hier und dort – Barbara

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