So was! – Im Sommer mehr Vogelfutter

Vor ein paar Jahren habe ich ein Vogelhaus geschenkt bekommen. Ein Nachbar baute sie aus Holz, malte sie bunt an und verkaufte sie an der Straße an alle, denen beim Vorbeifahren diese niedlichen Häuschen gefielen und irgendwann später einmal anhielten, um eines bei ihm zu erwerben.

Mein Vogelhäuschen steht sehr stabil auf einem Ständer. In der Bodenmitte befindet sich eine Schraube, die das Häuschen mit dem Ständer verbindet. Es gibt an jeder Seite eine bogenförmige Öffnung und an den Giebelseiten jeweils links und rechts 2 kleine Bogenfenster. Das Häuschen hat rundherum eine Leiste, auf der die Vögel ansitzen und entweder etwas picken und wieder wegfliegen oder aber auch den Weg ins Haus wagen. Das Dach ist spitz und mit 2 Schieferplatten bedeckt. Es ist weiß und grün bemalt und hat nach all den Jahren seinen Charme noch nicht verloren. Natürlich ist es aufgrund der Witterung etwas gröber und benutzter, aber es ist für viele Vögel aus dem Umfeld zu einem richtigen Treffpunkt geworden.

Inzwischen hängt auch ein Meisenknödelhalter im Birnbaum gegenüber, der ebenso gerne von den Vögeln angeflogen wird. Der Halter fasst zwischen seinen grünen Metallstäben 4 Meisenknödel übereinander und hat ein kleines Dach aus Metall und eine Aufhängung. Es ist sehr interessant zu beobachten, dass die Spatzen zu Beginn nicht wussten, wie sie an das Futter aus dem Halter herankommen sollten. Ich sah einige Flugkünstler, die sich wild flügelschlagend für einen kurzen Augenblick in der Luft stehend am Gitter vorbei einen Happs Leckerei ergatterten. Aber erst die Kohlmeise hat ihnen gezeigt, wie es geht, sich am Gitter festzuhalten und sich dann gemütlich den Bauch voll zu schlagen. Ob das alles ornithologisch stimmt, weiß ich nicht, aber dieses Verhalten habe ich beobachtet und fand es spannend zu sehen, dass die Spatzen jetzt den Meisen den Rang ablaufen. Seit neuestem lege ich Meisenknödel auch in die Ecken des Hauses hinein. Ich habe nämlich beobachtet, dass gerade die jungen Spatzen durch die beiden Fensteröffnungen im Häuschen picken, weil die Alten sie nicht zur Tür hereinkommen lassen. Und so kam mir die Idee, auch dieses Futter mehr in die Nähe der Jungen zu bringen und siehe da: es klappt. Die Fensterplätze sind jetzt noch mehr denn je besetzt.

Tja, und da ich gerade in einem aufgezeichneten Interview gelesen habe, dass man am besten an 365 Tagen Meisenknödel zur Verfügung stellen sollte – und wer hätte das gedacht? im Sommer im Verhältnis mehr als im Winter – neben Körner- und Fettfutter. Das Argument für das Mehr an Vogelfutter im Sommer ist, dass die Vögel mit dem Brüten beginnen und die Vogeleltern immer auf der Suche nach Futter für ihre Jungvögel sind. Hier verbrennen die Eltern so viel Energie, dass es für sie hilfreich ist, die Meisenknödel in erreichbarer Nähe zu wissen, damit sie genug Energie haben, um sich und ihre Kinder gut durchs Frühjahr und den Sommer zu bekommen – je nach Vogelart vermutlich. Und dieses Argument wird von meinem Vogelfutterhändler meines Vertrauens unterstützt. Die Dame an der Kasse bestätigte mir, dass sie Meisenknödel im Sommer um ein vielfaches mehr verkaufen als im Winter. Kommt man nicht drauf, oder? Ich wusste das bis dato nicht.

Diese Vogelparade vor meinem Fenster ist einfach toll: wenn der Specht kommt, hauen erstmal alle Kleinvögel ab, Mutige trauen sich dann an eine entferntere Futterstelle wieder langsam vor. Tauben mischen sich unter das bunte Völkchen und schauen sich sehr, sehr lange um und wenn das Eichhörnchen kommt, nehmen auch erst mal alle Reißaus. Eine Elster habe ich auch schon gesehen und wenn der Eichelhäher kommt, wird es sogleich still vor meinem Fenster. Inzwischen haben sich sogar auch die Amseln und Drosseln dazugesellt.

Ich könnte den Vögeln stundenlang zusehen – es entspannt mich zu sehen, wie sie ankommen, von einem Ast aus die Umgebung die Lage sondieren, auf einen näher gelegenen Ast hüpfen oder fliegen, sich dann in der Nähe des Häuschens auf der Metallumfassung der Terrasse niederlassen, um dann direkt ans oder auch ins Häuschen zu fliegen.

Spatzen streiten und schubsen sich gegenseitig weg. Die alten dicken Spatzen wollen immer zuerst an der Reihe sein, die kleinen feinen Jungspatzen kommen und picken dann die Rest auf. Aber ich sorge dafür, dass sie alle ihren Spaß haben und auf ihre Kosten kommen. Jetzt im Winter wird es weit weniger Vögel geben, aber die sollen wissen, dass sie hier am grünen Häuschen immer einen leckeren Happen vorfinden werden.

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Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, alle.
Welch‘ ein Singen, Musiziern, Pfeifen, Zwitschern, Tiriliern!
Frühling will nun einmarschiern, kommt mit Sang und Schalle….

Wie sie alle lustig sind, flink und froh sich regen!
Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar
wünschen dir ein frohes Jahr, lauter Heil und Segen.

Was sie uns verkünden nun, nehmen wir zu Herzen:
Wir auch wollen lustig sein, lustig wie die Vögelein,
hier und dort, feldaus, feldein, singen, springen, scherzen.

 Hoffmann von Fallersleben

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In diesem Sinne eine gute Zeit wünscht Barbara

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2 thoughts on “So was! – Im Sommer mehr Vogelfutter

  1. Ich praktiziere das Füttern der Vögel das ganze Jahr schon jahrelang. Es kommt die ganze Spechtfamilie, Eichelher und weitere seltene Gäste vorbei. Die Spatzen bevölkern das meiste Terrain. Herrlich zuzusehen. Ich habe auch meine Quellen, wo ich über’s Jahr Sommer/ wie Winterfutter beziehe. Inzwischen bietet es auch Edeka an. Auch Ornithologen empfehlen, die Tiere das ganze Jahr zu füttern. Im Sommer nicht ganz so reichlich, wie im Winter, versteht sich. Liebe Grüße an alle ,,Gleichgesinnten,, Reneė.

    1. Danke, liebe Reneé, für deinen Kommentar.
      Es freut mich zu hören, dass die Ganzjahresfütterung immer mehr Gleichgesinnte findet.
      Es ist einfach eine Freude die Vögel zu beobachten, da geht mir das Herz auf, für manchen anderen mag das vergeutete Zeit sein, für mich ist das ein Geschenk.
      Und so wie du es beschreibst, ist es das auch für dich.
      Herzliche Grüße von Barbara

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