Traum – Mann

Die Versammlung neigte sich dem Ende zu, es wurde spät, aber einige Punkte der Top-Liste konnten abgearbeitet werden. In der Pause kam einer der Mitglieder auf sie zu und bat um ein Treffen nach der Versammlung. Sie war etwas irritiert, willigte jedoch ein, nach der Versammlung zu bleiben und sich mit ihm zu treffen.

Irgendwas war da…

Während der restlichen Versammlung schaute sie immer wieder zu ihm rüber, da war etwas Anziehendes an ihm, er war ihr doch aber noch nie wirklich aufgefallen…

Nachdem die Versammlung verabschiedet wurde, strömten die Leute aus dem Saal.

Die beiden blieben. Erst jetzt wurde ihr bewusst, wie dämmrig der Saal die ganze Zeit gewesen sein musste.

Er kam auf sie zu und sie besprachen etwas, sie konnte sich nicht mehr erinnern an was, denn sie war im wahrsten Sinne des Wortes betört. Er war genauso groß wie sie, normal gebaut, also weniger an Masse als sie, kurzes angegrautes Haar, freundliche Augen, schönes Gesicht. Er war ihr bisher nie aufgefallen… und doch ging in diesem Augenblick eine magische Anziehungskraft von ihm aus, der sie nur unschwer widerstehen konnte.

Was war das?

Er hieß Hartmut, er käme aus Siegburg. Er sagte, er käme nur wegen ihr soweit nach Köln mit seinem Freund jeden Donnerstag zum Sportverein angereist.

Sie kamen sich sehr nah und sie spürte sein Gesicht nah an dem ihren. Sie berührten sich aber nicht. Sie sprachen leise und die Lippen gaben beim Sprechen den Atem frei, der die Haut des Anderen zart berührte.

Sie würden sich bald wiedersehen, beim Interview für den Verein. Ach ja, das Interview, wen musste sie nochmal interviewen, sie wusste es nicht. Sie würden sich dazu gesondert verabreden, er müsse jetzt los und verschwand.

Sie war betört, betäubt, berauscht und sowas von irritiert, ist ihr doch sowas schon sehr sehr lange nicht begegnet. Aus dem Nichts heraus steht da ein Mann, der wie magisch auf sie wirkt und ihr signalisiert, dass er sie mag und mehr will.

Sie ging raus, sucht in ihrer großen Handtasche nach dem Autoschlüssel, fand sie nicht gleich, die gekaufte Schokolade musste sie ebenso zur Seite schieben wie die Notizen, um den Schlüssel aus den Tiefen der Tasche zu bergen.

Auf dem Weg zum Auto sieht sie auf der anderen Straßenseite eine junge Familie, junge Frauen. Erst denke sie, es sind die Töchter der blonden Margit, aber nein, es sind die junge Muslimas, die beim Vorbeigehen kichern.

Das Parkdeck ist hell, weil weiß gebleicht, sie sucht und findet ihr Auto und steigt beschwingt ein.

Wen sollte sie nur interviewen?

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